Franz Kafka und Paul Celan bilden einen der Höhepunkte der deutschsprachig-jüdischen Literatur. Der Vortrag folgt den Spuren, die Kafka in Celans Werk und in seiner Bibliothek hinterlassen hat, und zeigt, wie tief sich der ältere Dichter dem jüngeren eingeschrieben hat. Über die Zäsur der Shoah hinweg ruft Celan Kafka in seinen Gedichten immer wieder herbei – als Verbündeten und Schicksalsgenossen im gemeinsamen Ringen um eine Sprache, die dem Grauen des Jahrhunderts standhält und noch dort zu sprechen versucht, wo das Sprechen unmöglich geworden ist.
Im Anschluss an den Vortrag haben Studierende der Universität Antwerpen die Möglichkeit, sich in einer Leseguppe gemeinsam mit Prof. Dr. Vivian Liska mit Texten von Paul Celan zu befassen.
Datum und Zeit: 18.11.2026 | 19:00
Ort: Universität Antwerpen, Stadt91³Ô¹ÏÍø, Gebäude R; Raum R.213 (s. Stock). Zugang über Lange Winkelstraat oder Rodestraat möglich.
Anmeldung: Die Teilnahme ist kostenlos, wir bitten aber, sich über den Anmeldeknopf unten anzumelden.
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Vivian Liska
Vivian Liska ist emeritierte Professorin für deutsche Literatur an der Universität Antwerpen und war bis Oktober 2026 Direktorin des Instituts für jüdische Studien. Seit 2013 ist sie Distinguished Visiting Professor an der Hebrew University in Jerusalem, wo sie auch weiterhin lehrt. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die deutschsprachige Literatur der Moderne, die Literaturtheorie sowie deutsch-jüdische Denker und Autoren. Sie ist unter anderem Herausgeberin der Buchreihe »Perspectives on Jewish Texts and Contexts« (De Gruyter/Brill, Berlin), der Zeitschrift »Arcadia« und des »Jahrbuchs der Gesellschaft für europäisch-jüdische Literaturstudien«. Sie ist Trägerin des Ehrenkreuzes der Republik Österreich für Wissenschaft und Kunst und Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.
Zu Ihren Veröffentlichungen zählen u. a.: »Prekäres Erbe: Deutsch-jüdisches Denken und sein Fortleben« (2021); »Fremde Gemeinschaft. Deutsch-jüdische Literatur der Moderne« (2011); »When Kafka says We. Uncommon Communities in German-Jewish Literature« (2009); »Giorgio Agambens leerer Messianismus« (2008). Sie arbeitet zurzeit an einem Buch mit dem Titel »Radicalism and Restraint. German-Jewish Modernism before the Absolute« (»Radikalität und Maß. Deutsch-jüdische Moderne im Spannungsfeld des Absoluten«).
Der Vortrag ist eine gemeinsame Veranstaltung des ¶Ù±ð³Ü³Ù²õ³¦³ó³¦²¹´Úés mit dem Institute of Jewish Studies der Universität Antwerpen.